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Vom
16. bis 18. Juni 1951 feierte Wispenstein in einem großen Festzelt
auf dem jetzigen Sportplatz seinen 500. Geburtstag
Vor den drei
Ortseingängen wurden große Pforten in Form von Toren errichtet.
Das Fest gestaltete sich wie folgt:
1. Tag
16. Juni 1951
14.00 Uhr
Generalprobe des Festspieles (für die Einwohner Wispensteins)
18.30 Uhr
Gefallenenehrung und Kranzniederlegung am Ehrenmal
19.00 Uhr
Zapfenstreich und Abholen der Gemeinden Föhrste und Imsen
20.00 Uhr
Festkommers mit Beiträgen der örtlichen Vereine (Gesang-, Sport-
und Tischtennisverein)
2. Tag
17. Juni 1951
07.00 Uhr
Ankündigung durch Weckruf
09.00 Uhr
Festgottesdienst unter freiem Himmel in der Grotte (Ruheplatz unter den
Kastanien in der Gärtnerei) Pastor Sander hält den Gottesdienst.
12.00
Uhr Auf dem Gutshof versammeln sich die Festwagen der teilnehmenden Gemeinden
und werden unter der Leitung des Gutsverwalters Karl Bollmann zum Festumzug
aufgestellt. Die Bänke
vor der aufgebauten Freilichtbühne füllen sich mit Zuschauern
und ein Herold lädt mit kräftigem Fanfarenstoß und Vorspruch
nochmals zum Besuch des Festspiels "Der Türkenschreck von Wispenstein",
ein. Unter den
alten Kastanien und Linden des Gutes wird die Gründung der Burg Wispenstein
wieder lebendig.
freundliche Spende von Lothar Rossol, Rochester, USA
Personen und Darsteller des
Festspiels "Der Türkenschreck von Wispenstein"
Karsten Kettler
v. Steinbergscher Vogt
Kettlers Ehefrau
Kettlers Tochter
Elisabeth
Kettlers Tochter
Agnes
Ritter Dietrich
v. Steinberg
Ritter Heinrich
v. Steinberg
Schöne
Müllerin Hedwig
Imser Bauernsöhne
Hartmut u. Herwig
Jüdischer
Händler Lewi
Knecht Rote
aus Meimerhausen
Zimmerleute
Schar der
Schnitter/Schnitterinnen
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Reinhold Wille
Anni Schmidtke
Frieda Wecke
Edith Gisder
Rolf-Dieter
Pöppelwiehe
Ernst-Albert
Pöppelwiehe
Ingrid Faustmann
Otto u. Hermann
Koppermann
Alfred Klöppner
Gerd Krajewski
Arno Lange,
H. Maschke, Reinhold Öls, Günter Klocker
Mädchen
und Jungen unter Leitung von Waltraud Jörns
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14.00
Uhr
Beginn des Festumzugs
-
Zwei Herolde zu
Pferde - Otto Koppermann sen. und Kurt Horneffer - führen den Zug
an.
-
Kapelle Frohme
aus Alfeld
-
fünf Festwagen
aus Wispenstein folgen
-
Mühlenwagen
mit dem Aufbau einer alten Wassermühle
-
Gärtnereiwagen
mit prachtvollem Blumenschmuck
-
Erntewagen des
Rittergutes Wispenstein mit Erntekrone und Schnitterinnen und Schnittern
-
Handwerkerwagen
der Firmen
-
Dachdecker August
Siegers mit 100 jähriger Tradition
-
Zimmerei Walter
Marten mit 80 jähriger Tradition
Rübezahl-Wagen
mit Berggeist und Zwergen des Riesengebirges (als Erinnerung an die verlorene
Heimat)
Musikzug der Freiwilligen
Feuerwehr Föhrste
Festwagen der
Gemeinde Gerzen stellt die Zehntabgabe dar, die einen mittelalterlichen
Kaufmannszug mit Bedeckung durch Knechte dar)
Festwagen der
Gemeinde Warzen als ehemaliger Grenzort des Gerichts Wispenstein gegen
das Amt Lauenstein stellt Warzen den Wachtturm, den "Warzer Turm" dar)
Handwerkerwagen
der Gemeinde Föhrste (Schmied und Schlachter bei der Arbeit)
Pfeiferkorps Gerzen
Drei Festwagen der Gemeinde Imsen
- Türkenwagen (die Imser mit
Spitznamen "Die Türken" hatten auf ihrem Wagen mehrere
Türken mit würdigem Sultan und zart verschleierten Haremsdamen)
-
Imser Nagelschmiede
(der Wagen brachte ein in Imsen ausgestorbenes Handwerk in Erinnerung
-
Totengasse Wagen
(der Wagen trug die Aufschrift "Teilnehmer der Schlacht in der Totengasse"
und erinnerte an die vor langen Jahren zwischen den Orten Imsen und Wispenstein
wegen der Totenbeisetzung stattgefunden Streitereien
Föhrster
Bischofswagen (mit dem Hildesheimer Landesherren, dem Mönch Sturmi
und weiteren Kuttenträgern
Örtliche
Vereine
Darsteller des
Festspiels
Besenbinder (Schulkinder
des Ortes, da die Wispensteiner Besenbinder genannt werden)
Kutschen mit den
Veteranen des Ortes (Wilhelm Marten, Heinrich Kettler, Wilhelm und August
Bohnsack, Herrmann Riefling, Otto Bremer, Herrmann Sauthoff, Heinrich Koch,
Julius Ergezinger, Heinz Pfeiffer, Franz Gisder, Heinrich Bertram, Anna
Dehne, Minna Schuler, Auguste Strohte, Anna Lemensieck.)
Die Spitze des
Festzuges hatte das Festzelt schon erreicht als ein Gewitterregen niederging
und der Rest des Zuges bis auf die Haut nass wurde. Der Festakt, der
eigentlich auf dem Festplatz unter freiem Himmel stattfinden sollte, wurde
kurzfristig in die Schule verlegt. Hier konnte Bürgermeister Otto
Hanke besonders begrüßen:
-
Baron Aschwin
v. Cramm in Vertretung seines Bruders Gottfried v. Cramm und Besitzer des
Rittergutes Wispenstein, der wegen Tennisverpflichtungen nicht anwesend
sein konnte sowie Jutta v. Cramm geboren v. Steinberg
-
Gräfin v.
Hardenberg
-
Landrat des Kreises
Alfeld/Leine, Herrn Rinne
-
den stellv. Bürgermeister
der Stadt Alfeld, Herrn Lange
-
Ratsherren der
Stadt Alfeld, die Herren Meyer, Lampe und Hey
-
die Bürgermeister
und Gemeindedirektoren aus Föhrste, Imsen, Warzen und Gerzen.
Landrat Rinne
überbrachte die Grüße des Landkreises. In seiner Laudatio
zeigte er die wechselhafte Geschichte Wispensteins auf und erwähnte,
dass schon im Jahre 150 n. Ch. die heute durch den Ort führende
Straße auf der Weltkarte des Ptolemäus, die übrigens im
Vatikan aufbewahrt wird, verzeichnet ist.
Baron Aschwin
v. Cramm überbrachte die Grüße seiner Familie. Er kündigte
an, dass der alte Glockenturm wieder instandgesetzt wird und eine
neue Glocke erhalten soll.
Grüße
übermittelten auch die Gemeindevertreter aus den Nachbarorten.
Im Festzeit
hatte das festliche Treiben bereits begonnen. Es dauerte bis in den frühen
Morgen.
3. Tag
18. Juni 1951
Der Tag begann
mit einem Katerfrühstück bei bester Stimmung. Anschließend
fand ein Damenumzug durch den Ortstatt. Das Festspiel wurde zum dritten
und letzten Mal aufgeführt. Das Fest endete dann mit einem nochmaligen
Tanzabend.
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